Verb


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Verb

Das Verb (auch Tätigkeitswort, Tu-wort oder Zeitwort) ist ein Wort, das normalerweise eine Handlung (zum Beispiel spielen, lachen, werfen), einen Zustand (glänzen) oder ein Geschehen (regnen, schneien) ausdrückt.

Verwendung als Prädikat

Als Prädikat nimmt ein Verb neben dem Subjekt die zentrale Stelle im Satz ein. Das Verb bestimmt, ob, welche und wieviele Objekte oder andere Ergänzungen nötig sind, um einen vollständigen Satz zu bilden (vergleiche dazu: Valenz, [Dependenzgrammatik])

Reihenfolge im Satz

Sprachen unterscheiden sich unter anderem in der Reihenfolge, in der die Bestandteile Subjekt, Prädikat und Objekt vorkommen.

Es gibt Sprachen, in denen die Wahl der Reihenfolge gar nicht oder nur teilweise eingeschränkt ist; im Deutschen sind im Aussagesatz sowohl die Bauweise Subjekt–Prädikat–Objekt: „Das Kind isst jetzt den Apfel“ als auch Objekt–Prädikat–Subjekt möglich: „Den Apfel esse ich jetzt nicht“. Selbst die Reihenfolge Prädikat–Subjekt–Objekt ist möglich: „Steht einer an der Straße und ruft: ‚Guck mal, ein Auto!‘“ Die Reihenfolge ist trotz der Freiheiten nicht willkürlich, sondern hat eine Bedeutung oder drückt eine Wichtung aus. Daneben hängt die Stellung auch von der Satzart (Aussagesatz, Fragesatz, Hauptsatz, Nebensatz) ab.

Es gibt auch Sprachen mit grammatisch fest vorgeschriebenen Reihenfolgen. So ist die Wortfolge eines Hauptsatzes im Englischen so vorgegeben: Subjekt–Verb–Objekt.

Transitive und intransitive Verben

Verben werden nach ihrem Gebrauch in transitive und intransitive unterschieden.
Transitive Verben beschreiben eine auf ein Objekt gerichtete Tätigkeit (z. B. „Sie liest die Zeitung.“) Sie haben ein Akkusativobjekt, das aber nicht immer sichtbar ist. Beispiele: „Herr Meier isst gerade.“ „Herr Meier isst den Salat.“

Intransitive Verben regieren kein Objekt. Beispiel: „Sie weint.“ Andere Satzergänzungen, z. B. Adverbiale, können hinzu kommen: „Ich wohne in der Stadt.“ „Die Tasse steht auf dem Tisch“. Hier sind „in der Stadt“ und „auf dem Tisch“ erforderliche Lokaladverbiale.

Konjugation

Die Konjugation bezeichnet die Flexion (Rektion) von Verben in Person, Zahl, Zeit, Modus usw. Alles weitere siehe bei Konjugation.

Hilfsverben und Vollverben

Die größte Zahl der Verben sind Vollverben. Zur grammatischen Darstellung der zusammengesetzten Tempora (Zeiten), des Modus, des Passivs und in einigen Sprachen des Aspekts werden Hilfsverben verwendet. Hilfsverben gehören zu einer kleinen Klasse von Verben, die zusammen mit einem Vollverb eine grammatische Struktur bilden können. Die meisten Hilfsverben können auch selbständig gebraucht werden.

Beispiele für Vollverben

  • Ich gehe.
  • Du schreibst.
  • Er gibt mir etwas.
  • Ich belehre ihn.

Beispiele modaler Hilfsverben (Modalverben)

  • Ich will schreiben.
  • Ich möchte schreiben.
  • Du darfst schreiben.
  • Er kann schreiben.
  • Sie muss schreiben.
  • Es soll nicht essen.

Einige modale Hilfsverben können auch als Vollverb verwendet werden: Ich mag Kuchen. Er mag sein Brüderchen.

Ausdruck der Zeit mit Hilfsverben

  • Ich hatte gekocht.
  • Ich war mit dem Zug gefahren.
  • Er ist damals durch Paris gefahren.
  • Ich bin gelaufen.
  • Ich werde ins Kino gehen. (Enthält zusätzlich Absichtserklärung.)

Iterativa

Iterativa (auch Frequentiva) sind Verben, die eine wiederholte Handlung ausdrücken.

Beispiele:

  • clamitare lateinisch) oft rufen (von clamare rufen)
  • sticheln oft ein wenig stechen

    Substantivierung

Auch in der deutschen Sprache können aus Verben durch die Substantivierung Substantive gebildet werden. Diese werden wie „normale“ Substantive verwendet (Deklination, Geschlecht). Substantivierte Infinitive haben immer sächliches Geschlecht und können nicht immer einen sinnvollen Plural bilden.

Substantivierung erfolgt gegebenenfalls auch durch Verwendung bestimmter Endungen.

  • substantivieren → die Substantivierung Auch aus von Verben abgeleiteten Partizipien können Substantive gebildet werden:
  • gehen → gehend → der gehende Mann, die gehende Frau → der Gehende, die Gehende.
  • verloben → der/die Verlobte.

Die Substantive behalten inhaltliche Eigenschaften des Verbes und erhalten syntaktische Eigenschaften der Substantive.

Bildung von Verben aus anderen Wörtern

In der deutschen Sprache und in einigen anderen können Verben aus Wörtern anderer Wortarten gebildet werden.

Beispiele:

  • Aus Substantiv: der Geist -> herumgeistern, die Angst -> sich ängstigen
  • aus Adjektiv: rot -> erröten, dumm->verdummen

Dabei tritt oft ein Bedeutungswandel auf, wie an den Beispielen zu sehen ist.

Siehe auch

Weblinks

  • Universaler Konjugator

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