Fremdwort


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Fremdwort

Ein Fremdwort ist ein Wort, das aus einer anderen Sprache übernommen wurde, und das sich in Lautstand, Betonung und Schreibung der Zielsprache (noch) nicht angepasst hat, so dass es als fremd empfunden wird. Im Unterschied dazu ist ein Lehnwort ein Wort, das so weit in den Sprachgebrauch eingegangen ist, dass es nicht mehr als fremd wahrgenommen wird, besonders wenn es auch kein gebräuchliches Synonym in der Zielsprache gibt. Beim Fremdwort hingegen ist der anderssprachige Ursprung noch „hörbar“ bzw. „ersichtlich“.

In der modernen Sprachwissenschaft ist der genetisch definierte Begriff des Fremdworts immer mehr umstritten. Stattdessen erscheint es synchron sinnvoller, einen von allen Sprechern benutzten 'zentralen' Wortschatz (zum Beispiel Haus, Mutter, aber auch Telefon, Computer) von einem eher 'peripheren' zu unterscheiden, der nicht von allen beherrschte Wörter enthält (zum Beispiel Phänomenologie, Thriller, aber auch Gewärtigen oder Seinsverständnis bei Heidegger), wobei die Grenzen hier natürlich fließend sind.

Fremdwörter im Deutschen

Viele Fremdwörter, die in die deutsche Sprache übernommen wurden, stammen aus:
  • dem Englischen
    • chillen
    • Download
    • Fast Food
    • Handout
    • Meeting
    • game boy
    • dunking

  • dem Französischen
    • à jour: up to date
    • Haute Couture
    • Savoir-vivre

  • dem Lateinischen
    • Confessio
    • confer
    • sic

    Deutsche Wörter in anderen Sprachen

    Auch deutsche Wörter werden in andere Sprachen übernommen und sind dort dann Fremdwörter, zum Beispiel:
  • im Englischen: kindergarten, gedankenexperiment, dachshund, rucksack, blitzkrieg, zugzwang, zeitgeist, schadenfreude, doppelgänger, poltergeist, angst
  • im Kroatischen (oft von österreichischer Aussprache beeinflusst): auspuh, šrafciger, tašna
  • in Suaheli: shule
  • im Französischen: Blitzkrieg, Drang nach Osten, Weltanschauung, Leitmotiv, Bunker, poltergeist

Zitat

Übrigens habe ich wegen der lateinischen Ausdrücke, die statt der gleichbedeutenden deutschen wider den Geschmack der guten Schreibart eingeflossen sind, [...] zur Entschuldigung anzuführen: dass ich lieber etwas der Zierlichkeit der Sprache habe entziehen als den [philosophischen] Schulgebrauch durch die mindeste Unverständlichkeit erschweren wollen. - Immanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft, B 402 Fußnote)

Siehe auch

Literatur

  • Theodor W. Adorno (1959): Wörter aus der Fremde
    ISBN 3-518-01071-9 (Bibliothek Suhrkamp - Adorno: Noten zur Literatur II)
  • Duden Band 5: Das Fremdwörterbuch. 8. Auflage, Dudenverlag 2005, ISBN 3-411-04058-0.

  • Mattle, Beorchia, Zangerl: Der Fremdwort-Trainer - Für alle, die ein Fremdwörtchen mitreden wollen. Mit unzähligen Erklärungen, Tipps und Übungen; zum ersten Mal werden Fremdwortkenntnisse wirklich vermittelt; für das Selbststudium und den Unterricht an Gymnasien; HK Verlag 2004, ISBN 3-909539-14-9

Weblinks

http://www.langenscheidt.de/deutsch/index.htmlhttp://wortschatz.uni-leipzig.de/

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